Wie groß sollte der Warmwasserspeicher sein?
Ein Warmwasserspeicher ist kein Bauchgefühl Thema. Ist er zu klein, wird es morgens kalt oder die Wärmepumpe muss hektisch nachheizen. Ist er zu groß, zahlen Sie über Jahre unnötige Speicherverluste und verschenken Effizienz.
Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie Sie die Warmwasserspeicher Größe sinnvoll bestimmen: mit einer leicht umsetzbaren Formel, einer Tabelle zur schnellen Orientierung, Praxisbeispielen und den wichtigsten Hygiene Punkten. Besonders wichtig, wenn Ihr Warmwasser über eine Wärmepumpe läuft, denn hier zählen Temperatur, Aufheizzeit und Systemkonzept stärker als bei klassischen Heizkesseln.
Warum die Warmwasserspeicher Größe über Komfort und Stromkosten entscheidet
Die Speichergröße beeinflusst drei Dinge direkt:
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Zapfkomfort: Reicht die Menge für Dusche, Küche und vielleicht Badewanne, auch wenn es „gleichzeitig“ passiert?
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Effizienz: Ein größerer Speicher bedeutet meist mehr Wärmeverluste über die Zeit, weil ständig ein größerer Wasserkörper warmgehalten wird.
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Systembelastung: Ein zu kleiner Speicher führt zu häufigem Nachheizen und im schlechtesten Fall zu höheren Temperaturen oder mehr elektrischem Zuheizen.
Gerade bei Wärmepumpen ist das Ziel: so niedrig wie möglich temperieren, so zuverlässig wie nötig liefern.
Warmwasserbedarf pro Person verstehen: Liter sind nicht gleich Liter
Viele rechnen nur mit „Liter im Speicher“. Entscheidend ist aber: Wie viel warmes Wasser kommt wirklich an der Zapfstelle an und wie stark wird es dort mit Kaltwasser gemischt.
Als Orientierung für den täglichen Verbrauch nennt die Verbraucherzentrale je nach Verhalten grob folgende Spannen: von etwa 20–24 Litern pro Person und Tag (niedrig) bis 56 Litern pro Person und Tag (sehr hoch).
Dusche vs. Badewanne: Der Unterschied ist größer, als viele denken
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Badewanne: häufig um 150 Liter Wasser pro Vollbad (je nach Wanne).
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Dusche: hängt stark vom Duschkopf und der Dauer ab. 10 Minuten mit normalem Duschkopf können schnell in Richtung 100 Liter gehen, mit Sparbrause deutlich weniger.
Merke: Wer regelmäßig badet oder eine große Regendusche nutzt, braucht entweder mehr Speicher oder ein System, das Spitzen besser abfängt.
Warmwasserspeicher berechnen: die einfache Formel, die in der Praxis funktioniert
Für Wärmepumpen ist eine praxistaugliche Herleitung besonders hilfreich. Der Bundesverband Wärmepumpe gibt dafür einen klaren Ansatz: Überschlägig können Sie mit 1,45 kWh Warmwasserbedarf pro Person und Tag rechnen. Bei 60 °C Bevorratung entspricht das rund 25 Liter pro Person.
Bedarf in „Liter bei 60 °C“ bestimmen
Für Ein und Zweifamilienhäuser mit normaler Ausstattung wird zur Speicherauslegung bis etwa 10 Personen der Wert verdoppelt.
VDP60 = Personen × 25 l × 2
Beispiel 4 Personen:
VDP60 = 4 × 25 × 2 = 200 Liter bei 60 °C
Auf Ihre Speichertemperatur umrechnen (z. B. 50 oder 55 °C)
Viele rechnen nur mit „Liter im Speicher“. Entscheidend ist aber: Wie viel warmes Wasser kommt wirklich an der Zapfstelle an und wie stark wird es dort mit Kaltwasser gemischt.
Als Orientierung für den täglichen Verbrauch nennt die Verbraucherzentrale je nach Verhalten grob folgende Spannen: von etwa 20–24 Litern pro Person und Tag (niedrig) bis 56 Litern pro Person und Tag (sehr hoch).
Praxisaufschlag einplanen (Durchmischung, Reserven)
In der Realität ist nicht das komplette Speichervolumen perfekt nutzbar. Durch Durchmischung kann ein Zuschlag sinnvoll sein, im Leitfaden werden als Richtwert 15–20 % genannt.
Welche Warmwasserspeicher Größe ist für 2, 4 oder 5 Personen sinnvoll?
Die folgende Tabelle ist bewusst als Planungsorientierung formuliert, passend für typische Einfamilienhäuser mit Wärmepumpe. Grundlage: BWP Ansatz (25 l pro Person bei 60 °C, für die Speicherauslegung verdoppelt, Umrechnung auf 50 °C, plus praxisnaher Zuschlag).
| Haushalt | Rechenwert bei 50 °C (ohne Zuschlag) | Praxisempfehlung (mit Reserve) |
|---|---|---|
| 1–2 Personen | ca. 125–250 l | 150–200 l (meist ausreichend) |
| 3 Personen | ca. 190 l | 200–250 l |
| 4 Personen | ca. 250 l | 250–300 l |
| 5 Personen | ca. 315 l | 300–400 l |
| 6 Personen | ca. 375 l | 350–450 l |
Wann eher am oberen Rand?
- Badewanne wird oft genutzt
- zwei Bäder, gleichzeitiges Duschen
- Regenduschen, hoher Komfortanspruch
- große Familie mit engen Morgenzeiten
Wann eher am unteren Rand?
- konsequent kurze Duschen, Sparbrausen
- zeitversetzte Nutzung, wenig Gleichzeitigkeiten
- Küche kaum warm, Geschirrspüler statt Handwäsche
Besonderheiten bei Wärmepumpe: Speichergröße, Temperatur und Aufheizzeit hängen zusammen
Viele Inhalte im Netz behandeln Speicher, als wäre jede Heizung gleich. Bei Wärmepumpen gilt: Warmwasser ist anspruchsvoller als Heizen, weil dafür höhere Temperaturen nötig sind und die Effizienz sinkt, wenn die Temperatur steigt.
Welche Speichertemperatur ist sinnvoll?
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Für Hygiene und Vermeidung von Legionellen wird häufig auf ausreichend hohe Temperaturen und Vermeidung von Stagnation verwiesen. Das Umweltbundesamt nennt dabei hygienische Anforderungen wie mindestens 60 °Cund keine Stagnation als wichtige Vorsorge.
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In Einfamilienhäusern ist die Situation meist anders als in großen Anlagen. Für die Einordnung von Klein und Großanlagen spielt u. a. die 3 Liter Regel eine Rolle, außerdem werden Speichergrößen und Leitungsvolumina bewertet.
Praxis Tipp: Viele Systeme fahren im Alltag moderat (z. B. 50–55 °C) und nutzen gezielte Hygiene Programme, statt dauerhaft sehr hoch zu fahren. Das Konzept muss zum Haus passen, inklusive Leitungsführung und Nutzungsverhalten.
Zu kleiner Speicher führt oft zu „Temperaturflucht“
Speicherarten: Warmwasserspeicher, Hygienespeicher oder Frischwasserstation?
Nicht jedes Haus braucht das gleiche Konzept. Drei typische Varianten:
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Klassischer Warmwasserspeicher (Trinkwasser im Speicher)
Standard im Einfamilienhaus. Einfach, bewährt, gut planbar. -
Hygienespeicher oder Speicher mit Frischwasserstation
Trinkwasser wird im Durchlauf über einen Wärmetauscher erwärmt, statt als große Menge im Speicher zu stehen. Kann je nach Nutzung und Hygieneanforderung interessant sein, ist aber ein anderes Systemkonzept. -
Kombinationen im Wärmepumpensystem
Wichtig: Pufferspeicher und Warmwasserspeicher haben unterschiedliche Aufgaben. Pufferspeicher stabilisiert den Heizbetrieb, Warmwasserspeicher sichert Zapfkomfort.

Häufige Fehler bei der Speichergröße und wie Sie sie vermeiden
Fehler 1: „Viel hilft viel“ und der Speicher wird überdimensioniert
Große Speicher verlieren über die Zeit mehr Wärme. Das ist nicht dramatisch, aber dauerhaft messbar. Besser: passend dimensionieren und die Nutzung realistisch einschätzen.
Fehler 2: Gleichzeitigkeiten ignorieren
Zwei Duschen gleichzeitig sind ein anderes Lastprofil als „nacheinander“. Wenn Ihr Haushalt solche Spitzen hat, planen Sie darauf.
Fehler 3: Zirkulation läuft durchgehend
Zirkulationsleitungen sind Komfort, können aber Energie kosten. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Zeitsteuerungen zu nutzen und Zirkulation nicht unnötig laufen zu lassen.
Fehler 4: Speichergröße wird ohne Temperatur betrachtet
200 Liter bei 60 °C sind rechnerisch etwas anderes als 200 Liter bei 50 °C. Nutzen Sie die Umrechnung, dann wird es plötzlich logisch.
Praxisbeispiele
Welche Warmwasserspeicher Größe passt zu welchem Haushalt?

FAQ zur Warmwasserspeicher Größe
Als grobe Basis können Sie mit 25 Litern pro Person bei 60 °C als Tagesbedarf rechnen. Für die Speicherauslegung wird im Ein und Zweifamilienhaus häufig verdoppelt.
Das kann reichen, wenn wenig gleichzeitig passiert und selten gebadet wird. Rechnen Sie es aber auf Ihre Speichertemperatur um. Bei 50 °C liegt die Orientierung für 4 Personen eher bei 250 Litern plus Reserve.
Nicht automatisch. Größer heißt auch mehr Verluste. Das Ziel ist eine passende Größe, die Ihren Spitzenbedarf abdeckt, ohne dauerhaft unnötig Energie zu verlieren.
Das hängt vom Haus, der Leitungsführung, dem Nutzungsverhalten und dem Hygienekonzept ab. Das Umweltbundesamt betont die Bedeutung ausreichender Temperaturen und Vermeidung von Stagnation. In der Praxis werden oft moderate Temperaturen genutzt, kombiniert mit gezielten Hygienefunktionen.
Nur, wenn Sie den Komfort möchten. Dann bitte möglichst mit Zeitsteuerung, damit nicht dauerhaft Wärme verloren geht.
Fazit
So finden Sie die passende Warmwasserspeicher Größe
Die richtige Warmwasserspeicher Größe ist die, die Ihren Alltag zuverlässig abdeckt, ohne die Wärmepumpe unnötig auf hohe Temperaturen zu zwingen oder dauerhaft zu große Wärmeverluste zu erzeugen.
Wenn Sie es pragmatisch angehen wollen:
- Starten Sie mit der Personenanzahl und Ihrer Speichertemperatur.
- Berücksichtigen Sie Spitzen (Badewanne, zwei Bäder, gleichzeitige Duschen).
- Planen Sie eine sinnvolle Reserve (15–20 %).
Gerade in Bayern und im Raum Ulm sehen wir in der Praxis oft: Mit sauberer Auslegung wird Warmwasser nicht nur komfortabel, sondern auch effizient. Genau hier trennt sich „irgendwie geht’s“ von einer Lösung, die über Jahre überzeugt.



Weitere Information zum Warmwasserspeicher:


